Kaputte Straßen sorgen für Gefahr
Für nachhaltige Sanierungen steht der Stadt Homburg nur wenig Geld zur Verfügung
Der Winter hat auf Homburgs Straßen unzählige Schlaglöcher hinterlassen. Die meisten können in naher Zukunft aber nur provisorisch geflickt werden. Der Grund: Für nachhaltige Sanierungen fehlt das Geld.
Von SZ-Redaktionsmitglied Gerrit Dauelsberg
Homburg. Kaum ist der Schnee von den Straßen weggeschmolzen, gibt es eine neue Gefahrenquelle für die Autofahrer in Homburg: Der strenge Winter hat eine ganze Reihe von Schlaglöchern hinterlassen. Vor allem ältere Straßen sind betroffen: Feuchtigkeit ist durch Risse in den Asphalt eingedrungen. Das Wasser ist dort gefroren und hat sich ausgedehnt. Dadurch wurde der Straßenbelag an bestimmten Stellen brüchig. Stark betroffen sind nach Auskunft des Baubetriebshofs unter anderem die Gerberstraße, die Jägerhausstraße sowie die Webenheimer Straße in Einöd.
Die CDU Homburg-Mitte fordert die Stadtverwaltung zum Kampf gegen die Schlaglöcher auf: "Diese Ärgernisse und Gefahrenquellen müssen schnell beseitigt werden", sagt der Ortsverbands-Vorsitzende Markus Emser. "Insbesondere für auf das Fahrrad angewiesene Schüler stellen diese Fahrbahnschäden ein nicht unerhebliches Risiko dar."
Laut Stadtsprecher Jürgen Kruthoff sei die Stadt jedoch längst dabei, die gefährlichsten Schlaglöcher abzusichern und wenn möglich provisorisch auszubessern. Dafür sei das Kontingent an Einsatz-Trupps auf zwei erhöht worden. "So können wir die größten Gefahrenstellen so schnell wie möglich beseitigen", sagt Kruthoff. Dabei gehen die Trupps nach einem Prioritäten-Katalog vor: Viel befahrene Hauptstraßen kommen als erstes an die Reihe.
Doch wirklich nachhaltig sind diese Arbeiten nicht, betont Jens Motsch, stellvertretender Leiter des Baubetriebshofes. Wenn überhaupt, können die Einsatz-Trupps nur kleinere Schäden ausbessern: "Diese Löcher füllen wir mit Kalt-Asphalt ab", erläutert Motsch.
"Eine solche Lösung hält nur einige Wochen", ergänzt Kruthoff. Eine nachhaltige Sanierung könne erst vorgenommen werden, wenn es wieder wärmer wird. Und auch dann sei fraglich, ob die kaputten Straßen dauerhaft ausgebessert werden können. Für umfassende Straßensanierungen sei so gut wie kein Geld da.
Für provisorische Ausbesserungen stehen der Stadt in diesem Jahr 562 000 Euro zur Verfügung. Dieses Geld ist allerdings nicht für Sanierungen - sprich: langfristige Investitionen - vorgesehen. Dafür kann die Stadt in diesem Jahr lediglich 200 000 Euro bereitstellen, die noch aus dem vergangenen Jahr stammen.
2009 hat die Landesregierung der Stadt Homburg 309 000 Euro für Straßensanierungen aus dem Konjunktur-Paket zur Verfügung gestellt. Da aber auch andere Kommunen Zuwendungen bekamen, konnten die Baufirmen die vielen Aufträge gar nicht bewältigen. Die Stadt musste deshalb zwei Drittel der Gesamtsumme mit ins neue Jahr nehmen.
"Bislang ist vorgesehen, von dem verbleibenden Geld drei Straßen zu sanieren", sagt Kruthoff. Das seien nach jetzigem Stand die Straße Am Asenbühl in Einöd, der Vogelbacher Weg in Erbach sowie die Straße Am Kalkhofer Weg in Kirrberg. "Daran kann sich aber noch etwas ändern", betont Kruthoff. Theoretisch möglich, aber eher unwahrscheinlich sei auch, dass doch noch mehr Geld für Sanierungen zur Verfügung gestellt wird. Ansonsten werden sich die Homburger wohl auch nach der Frostperiode an schlechte Straßen gewöhnen müssen: "Wir müssen mit einem Flickenteppich rechnen", sagt Kruthoff.
Meinung
Haushaltsloch ist spürbar
Von SZ-RedaktionsmitgliedGerrit Dauelsberg
Auf Homburgs Straßen werden abstrakte Zahlen ganz konkret spürbar - im wahrsten Sinne des Wortes: Jeder, der mit seinem Auto über ein Schlagloch donnert, fühlt das Haushaltsdefizit der Stadt am ganzen Körper. Selbst für die grundlegendsten Dinge wie ein intaktes Straßennetz ist nicht genügend Geld da. Das ist Besorgnis erregend, weil die Schlaglöcher nicht nur stören, sondern auch eine Gefahr darstellen. Doch all diejenigen, die die Stadt jetzt zum Handeln auffordern, machen es sich sehr einfach: Das Geld, das auf der einen Seite in die Straßen gesteckt werden soll, würde an anderer Stelle fehlen. So muss die Stadt das wenige verfügbare Geld für das provisorische Flicken der Löcher ausgeben. Das zeigt: Wirklich nachhaltige Maßnahmen sind bei der Haushaltslage unmöglich.
Beitrag vom: 09.02.2010





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