In Velsen trifft Kunst auf Bergwerk
Karin Dumont hatte Idee zur Ausstellung mit 70 Bildern im Erlebnisbergwerk
Arbeiten der Hobbykünstler Karin Dumont, Ruth Ankele, Bruna Andre-Marck sowie Silke Geimer und Willi Schissler beschäftigen sich mit dem Thema Bergbau. Passend zum Ambiente des Erlebnisbergwerks in Velsen.
Von SZ-Mitarbeiterin Beatrix Hoffmann
Velsen. Die Gezähekiste als Sockel für Figuren aus Holz, Stoff, Kupfer und Fantasie. Das Notlaufseil auf der einen Seite und zur anderen die Rohrspreizleitung zwischen Ringankern als Aufhängeschiene für rund 70 Bilder. Das hat was. Die aparte Idee zu "Kunst trifft Bergwerk" kam von Karin Dumont. 20 Jahre lang war sie hier in der Ausbildungswerkstatt tätig. Sie kennt und liebt diesen Stollen, und als sie vor einem Jahr zu malen begann, wurde das Thema Bergbau zum Zentrum ihrer neuen Betätigung.
Harry Laufer, den Geschäftsführer der RAG Bildung Saar, die in Fenne ihren Sitz hat und auch für die Velsener Ausbildungsstätte zuständig ist, konnte sie leicht von ihrer Idee überzeugen. Seiner Meinung nach passt Künstlerisches nämlich ganz hervorragend in den Stollen. Es gebe Schnittstellen. Schließlich habe die Geschichte der bildenden Kunst mit der Höhlenmalerei begonnen. Außerdem nutze man Kohle auch heute noch als Zeichenmaterial.
Karin Dumont animierte ihre Malerfreunde Ruth Ankele aus Merten, Bruna Andre-Marck aus Losheim sowie Silke Geimer und Willi Schissler, beide aus Saarlouis, zum Mitmachen, und so waren bei der Präsentation am vergangenen Wochenende neben Bildern, die beispielsweise den Schacht im Sonnenuntergang, die Grubenwehr oder auch Lulu-Land (Luisenthal) mit den Richardschächten zeigten, auch Scherenschnitte, Collagen und Gemälde mit freien Formen und bergwerksfernen Themen vertreten.
Führungen durch das Erlebnisbergwerk, Musik mit Blueprint und ein Gespräch über Kunst, moderiert von Schauspielerin Elisabeth Brück, gehörten zum Rahmenprogramm. Malen sei, so definierte es Karin Dumont, "Gefühl in die Hand nehmen". An anderer Stelle sprach sie vom Unterschieden zwischen den Farben der Natur und den Farben der Industrie, dem Rabenschwarz der Warndtkohle und dem Senfgelb der Arbeitskleidung.
Die Moderatorin sagte, Ziel der Veranstaltung sei es, Impulse mitzunehmen. Und gesagt, getan: Die Gäste griffen zum Pinsel und fabrizierten ein kunterbuntes Gemeinschaftswerk in Acryl. Am 21. Juni soll das Bild beim Tag der offenen Tür im Bergwerk Ensdorf zu Gunsten der Elterninitiative krebskranker Kinder versteigert werden.
Auch im Erlebnisbergwerk Velsen wird es künstlerisch weitergehen. Harry Laufer erklärte bereits: "Wir stehen für weitere Events bereit." "Malen bedeutet, Gefühl in die Hand zu nehmen."
Karin Dumont
Hintergrund
Erlebnisbergwerk und Ausbildungsstollen in der ehemaligen Grube Velsen werden von der RAG Bildung Saar GmbH betreut, die ihren Sitz im Völklinger Stadtteil Fenne hat und eine 100-prozentige Tochter der an der Ruhr ansässigen RAG Bildung ist. Geschäftsführer ist Harry Laufer, früherer Betriebsratsvorsitzender der Grube Warndt-Luisenthal.
Als Dienstleister für die RAG Montan und andere Unternehmen betreut die RAG Bildung Saar junge Leute bei der Berufsausbildung. Außerdem bietet sie Weiterbildung an für Menschen, die bereits im Beruf stehen, und - in Zusammenarbeit mit den Arbeitsagenturen - Qualifizierungs-Maßnahmen. red
Beitrag vom: 18.02.2009












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